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Kirchhalde 24

Bad- und Kuranstalt

Unterhalb der Bahnlinie befand sich zwischen 1893 und 1917 eine Bad- und Kuranstalt. Am 30. Juli 1893 wurde sie eröffnet. Gäste, vorwiegend aus Deutschland, erholten sich mit Baden im See, Kräuterbädern, flanierten im Lustgarten, genossen feines Essen im Bellevue. Sie wohnten im Hotel du Lac und in seinen Nebengebäuden.

Die Bad- und Kuranstalt umfasste mehrere Gebäude im Unterdorf. Als Gästehaus diente das langestreckte Haus „Hote du Lac“ an der Seestrasse. Südlich davon, dort wo heute zwei rosarote Neubauten stehen, befand sich ein Park mit lauschigen Plätzen sowie einem kleinen Hügel mit darunterliegendem Eiskeller. Zwischen dem Hotel du Lac und dem See wurde in einem früheren Stickereigebäude eine Konzerthalle und eine Küche eingerichtet. Das Haus wurde „Bellevue“ genannt und wurde danach noch während Jahrzehnten als Gastätte „Bad Uttwil“ betrieben. Weitere Gebäude dienten damals der Bad- und Kuranstalt. In diesen waren verschiedene Gesellschaftsräume eingerichtet oder sie dienten als Unterkünfte für Gäste oder Angestellte.  

Bis zu 200 Gäste konnten hier gleichzeitig logieren. Sie kamen aus ganz Europa, grösstenteils aber aus Deutschland. Fabrikanten, Direktoren, Kaufleute sowie „niedrige Adelige“. Die Gästeliste wurde jeweils in der Thurgauer Zeitung publiziert. Der Betrieb war jedoch nur in den Sommermonaten Juli und August ausgelastet. Vor allem im Winter kamen viel zu wenig Gäste, sodass kein wirtschaftlicher Betrieb möglich war.  So musste der Begründer Jean Strekeisen bereits 1897 Konkurs anmelden. Danach gab es verschiedene Besitzerwechsel und später mit Ausbruch des ersten Weltkrieges blieben die Gäste ganz aus. Die einzelnen Gebäude wurden danach zunehmend wieder für andere Zwecke verwendet. Das „Du Lac“ wurde noch bis 1925 als Hotel betrieben.

Hotel du Lac mit Garten. Zu beachten ist, dass es sich hier um eine Zeichnung handelt. Der Garten erstreckte sich südlich vom Haus bis zur Bahnlinie und wirkt auf diesem Bild sehr gross.

Foto um die Jahrhundertwende. 1893 erstellte die Gemeinde am „Damm“ einen Landungssteg, damit die Gäste auch mit grossen Schiffen Uttwil erreichen konnten.

Quellen:

Skizzen und Notizen aus Uttwil, Ralph Brühwiler, Edition FROHSINN

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